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Grog

Was hat Rum mit Wasser zu tun? Sehr einfach. Zusammen mit Wasser und Zucker wird der Rum zu dem berühmten Grog. Ich denke es ist allgemein bekannt, was gemeint ist, wenn jemand aus unserem Umfeld am Morgen sagt: „Ich bin groggy!“ Das erhitzte Gemisch aus 200ml Wasser 4cl Rum und 2 Teelöffel Zucker bringt jedes gefrorene Herz zum schmelzen. Rum hat aber auch sonst auf dem Weg ins Glas eine Menge zu tun mit Wasser.

Rum und Wasser: Die Seefahrt bereitete den Weg

Bekannt ist der Rum in Europa seit dem 15. Jahrhundert. Man war aber nicht in der Lage weder die Melasse noch den notwendigen süßen Saft aus dem Zuckerrohr herzustellen. Das Zuckerroher war schlicht nicht bekannt. Es verwundert daher wenig, dass der Rum erst 1650 erstmals urkundliche erwähnt wurde . Der Begriff Rum hat sicherlich seinen Ursprung aus den verschiedenen Begriffen wie die „rumbullion“ was dem Wort Tumult entspricht. Zudem wurde der Brand „ron“ / kastilisch sowie „rhum“ im französischen bezeichnet.

Rum und Wasser: 4 zu 1 Gemisch

Durch die englische Seefahrt wurde der Rum dann zum Seefahrergetränk. Und das hatte zunächst auch schlicht hygienische Gründe. Denn im 17. Jahrhundert hatten die Besatzungen massive Probleme mit der Haltbarkeit des Trinkwassers an Bord eines Schiffes. Um mikrobiologische Prozesse auch bei Hitze und widrigen Umständen zu vermeiden, mischte die Navy Rum ins Wasser. Das Verhältnis war 4 zu 1 und wurde in der Folge dann mit Zucker oder auch Limetten-Saft versetzt. Der verantwortliche General Edward Vernon bekam den Spitznahme „Old Grog“. Die Geschichte um den General ist umstritten. Fakt ist aber, dass der Grog heute heiß getrunken wird und Rund um den Globus bekannt ist.

Rum und Wasser: Schon in der Herstellung ein Paar

Die Mischung Melasse (eine Art Zuckersirup), Zuckerrohr, Zuckerrohrsaft und Wasser bilden die Grundlage für die Rumherstellung. Das Gemisch wird zunächst vergoren und es entsteht eine Art „Zuckerwein“. Mit einem Alkoholgehalt von 4%-5% ist dies eher von der Stärke eines Biers. Der „Zuckerwein“ wird dann destilliert und hat anschließend eine Alkoholgehalt von rund 70% . Hier kommt das Wasser ins Spiel. Denn dieses hochprozentige Destillat wird mit destillierten Wasser verdünnt Ohne Fasslagerung ist der Rum weiß und dient so als Grundlage vieler Mixgetränke.

Premiumrums hingegen werden in der Regel in alten Whiskyfässern gelagert und bekommen dadurch die bräunliche Färbung. Sehr gute Rums mit langer Lagerungszeit gehen zudem hervorragend zur Zigarre.

Rum und Wasser: Legende und Wahrheit

Es ist nicht gesichert, dass der Name Grog auf den General Vernon zurückzuführen ist. Im Gegenteil: Die Lokale hatten schon im 17. Jahrhundert den Namen „Grogg Shoppe“. Doch beim Rum ist ein wenig Legendenbildung erlaubt! Am Ende ist es egal, da ein sehr guter Rum und Wasser eine wunderbare Partnerschaft bilden. Vom Wachstum des Zuckerrohrs, über die Beimischung bei der Herstellung bis hin zum Grog selber! Rum und Wasser gehören zusammen!

Dieser Beitrag wurde von Christoph Fluri-Heckenbücker als Gastautor geschrieben. Christoph Fluri-Heckenbücker ist Experte auf dem Gebiet von Trinkwasser, und betreibt zu diesem Thema einen Blog unter: http://wasser-infos.com
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